Gruthaus auf dem Weinfest

Vom 14. bis 16. August findet auf dem Überwasserkirchplatz in Münster das Weinfest statt. Unter den strengen Blicken meines Urahns Bernhard Overberg schenken wir vor der malerischen Kulisse meiner Lieblingskirche Überwasser-Alt genau da aus, wo es seinen zumindest für Nichtmünsteraner rätselhaften Namen her hat. Pumpernickel-Porter natürlich auch.

Wir freuen uns auf euren Besuch:
Freitag 16.00–24.00 Uhr
Samstag 11.00–24.00 Uhr
Sonntag 11.00–22.00 Uhr

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Coffee Stout mit Herrn Hase

herrhase_coffeestout_1Feines Bier und feiner Kaffee haben viel gemeinsam. Mit sehr hochwertigen Zutaten, liebevoller Handarbeit und ein bisschen Kreativität kann man den Genuss auf ein Niveau katapultieren, an das die Lebensmittelindustrie niemals herankommt. Mit diesem gemeinsamen Ziel vor Augen haben wir uns mit Herrn Hase zusammengetan, dem neuen Mikro-Kaffeeröster in Münster. Unser Jorma hat zusammen mit dem Röster Sven ein wunderbares Coffe-Stout entwickelt, das das Beste aus beiden Welten ungeniert miteinander vermählt. Es duftet so schön nach Beeren, das kommt von dem mild gerösteten „Äthiopien Yirgacheffe von der Aramo Washing Station“, eine echte Feinschmeckersorte, die als Cold Drip in ein kräftiges Stout montiert wurde. Der Testsud hat uns so gut gefallen, dass wir überlegen, das Coffee Stout als Kooperation mit Herrn Hase ins Gruthaus-Programm aufzunehmen. Das wird allerdings frühestens im Winter 2015/2016 passieren, bitte nicht drängeln!

Die ganze Geschichte kann man ausführlich hier nachlesen:
Herr Hase sein Blog

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Bierfest Münster

Vom 28. bis 30. Mai sind wir auf dem 1. Bierfest in Münster auf dem Schlossplatz zu finden. Zusammen mit dem Braukunstwerk und dem 4 Seasons Honey Likör! Kommt vorbei.

Do. und Fr. 16.00 h bis 24.00 h
Sa. 14.00 bis 24 h

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Rothe Erde

Zapfhahn_Rothe_Erde.01Das gab es nur für wenige Tage im The James, Münster: „Rothe Erde“, unser rotes Braunbier oder auch braunes Rotbier. Gebraut im traditionellen Dekoktionsverfahren mit 100 % tennengemälztem fränkischen Wiener Malz vom Lindenbräu in Gräfenberg, kräftig gehopft mit Tettnanger, Centennial, Citra und Amarillo. Wärmende 6 % vol. treiben einem den November-Blues aus den Knochen.

„Rothe Erde“ ist übrigens eine seit dem Mittelalter belegte Bezeichnung für Westfalen und hat nichts mit der Farbe Rot zu tun. Roth steht hier für gerodet. Und in Gräfenberg wurde im Deutschen Bruderkrieg 1866 ein Waffenstillstand ausgehandelt. Wir gehen einen Schritt weiter und trinken auf die preußisch-fränkische Freundschaft – mit einer großen Verneigung vor der Kunst des Mälzers Ralf Stockum.

FSBC Bochum

FSBC14Vom 17. bis 19.10. Stellen wir aus auf der FSBC 2014 in der Jahrhunderthalle in Bochum. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Finest Spirits & Beer Convention Rhein/Ruhr, sprich: Probierfestival für Schnaps und Bier im Pott. Wir sind zusammen mit Onkel-Bier an den Ständen 26 und 27 zu finden. Allein die Bierliste aller Aussteller umfasst 297 Biere, also besser nicht zu viel Schnaps zwischendurch trinken 😉 Neben dem Pumpernickel-Porter und dem Überwasser-Alt präsentieren wir zum ersten Mal als Prototypen ein Grutbier und die neue Kreation „Rothe Erde“.

Öffnungszeiten: Freitag 16:00 bis 23:00 Uhr, Samstag: 14:00 bis 22:00 Uhr, Sonntag: 13:00 bis 19:00 Uhr

Tickets gibts hier oder an der Tageskasse.

http://www.fsb-convention.com/home/

Was ist helles Alt?

Überwasser-Alt_FlaschenmeistereiZugegeben: Helles Alt ist selbst in Münster ein eher unbekannter Bierstil. Wegen der vielen interessierten Nachfragen holt Grutherr Philipp Overberg, der sich mit seinem neuen Überwasser-Alt vor dem traditionellen Münsteraner Bierstil verneigt, weit aus:

„Wenn man nur die Gegenwart des Stils „Helles Alt“ betrachtet, sieht es so aus: Es gibt nur noch einen traditionellen einheimischen Bierstil in Münster und der heißt Alt. Dieses Alt ist hell. Davon gab es bis letzte Woche nur einen kommerziell erhältlichen Vertreter, das „Pinkus Original“. Ich habe dem einen weiteren Versuch an die Seite gestellt, der sich bewusst deutlich davon unterscheidet, aber in den wesentlichen Charakteristika übereinstimmt: obergärig, hell, säuerlich, fruchtig, Einsatz von Weizenmalz. Speziell in den Kategorien säuerlich und fruchtig habe ich ordentlich auf die Sahne gehauen, weil das die beiden Aspekte sind, die mir an diesem Bierstil so gut gefallen. Dabei bin ich einerseits deutlich traditioneller als die Kollegen vom Rosenplatz, weil ich das Sauergut, also einen Anteil separat milchsauer vergorener Würze, sehr großzügig einsetze. Das historische Alt müssen wir uns vermutlich noch viel saurer vorstellen (s. u.). Gleichzeitig habe ich brachial modernisiert durch moderne amerikanische Aromahopfen der Sorten Amarillo und Citra, die zusammen mit der Säure den fruchtigen Eindruck in neue Dimensionen katapultieren.

Das „Überwasser-Alt“ ist somit ein retrogardistisches Experiment, das hinsichtlich Hefe, Malz, Bitterhopfung und Säure sehr altmodisch ist, sich hinsichtlich der Aromahopfung aber klar an moderne Pale Ales amerikanischer Herkunft anlehnt.

Versucht man, die geschichtliche Entwicklung des hellen Alts aufzurollen, muss man in die Zeit der mittelalterlichen Grutbiere zurückgehen, die in ganz Nordeuropa verbreitet waren. Sie waren vermutlich hell, da mit nicht gedarrtem „Luftmalz“ und gehörigen Portionen unvermälztem Getreide (Rohfrucht von Weizen, Gerste, Roggen, Hafer etc.) gebraut. Bei der Hefe können wir von Spontangärung ausgehen, die Biere werden also so sauer wie belgische Lambics mit obergärigen Wildhefen, Lactobazillen, Brettanomyces, Acetobacter und anderen wilden Sachen gewesen sein. Statt Hopfen wurde mit einer „Grut“ genannten geheimen Kräutermischung gewürzt. Ab ca. 1500 verdrängte der Hopfen nach und nach die Grut, die anfangs extrem stark gehopften Biere waren länger haltbar und besser für den Export geeignet, vermutlich konnte sich auch die Säure dank der antibakteriellen Wirkung des Hopfens nicht ganz so schnell und nicht so stark entwickeln wie im Grutbier.

Helle Sauerbiere waren also der Normalfall in unserer Region. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Modewelle der untergärigen hellen Lagerbiere böhmisch-bayerischen Stils nach Norddeutschland schwappte, konnten die meisten obergärigen alteingesessenen Biere nur noch in Nischen überleben – und auch das nicht besonders gut. Von ehemals 150 Altbierküchen in Münster hat nur eine bis heute durchgehalten. Am Niederrhein und in Düsseldorf entwickelte sich der Sonderweg des mehr oder weniger dunklen Altbiers, in Köln wurde das alte Bier nach dem Vorbild der neumodischen milden untergärigen Lagerbiere bis zur Unkenntlichkeit modernisiert und löste als blankgefilterte Neuerfindung „Kölsch“ seit den 1920er Jahren, dann verstärkt nach dem 2. Weltkrieg das traditionell verwurzelte trübe „Wieß“ ab.

Unser Münsteraner helles Alt geht zusammen mit dem rheinischen Alt und dem Kölsch auf einen gemeinsamen Vorgänger zurück, den man als Weizen-Sauerbier nordeuropäischen Typs bezeichnen könnte. Verwandte Überlebende mit ähnlichen oder gleichen Wurzeln sind die Berliner Weiße, Grätzer, Gose, belgische Gueuze und Wit. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich also von Posen bis Flandern. Helles Alt war somit einmal die normalste Sache von der Welt. Nur die Bierwelt hat sich gewaltig verändert.“